Ein MOOCreicher Jahresstart

Dieses Jahr starten die meisten MOOCs im Bereich Bildung im Frühjahr. Wer sich nun fragt was ein MOOC ist, dem sei kurz gesagt: Es handelt sich um einen (meist) freien Online Kurs der normalerweise keine Teilnehmerbeschränkung aufweist, also ein Massive Open Online Course (MOOC). Auf dieser Seite von e-teaching.org findet sich eine gute Erklärung für die, die tiefer in das Thema einsteigen wollen.

MOOC Lernen 4.0 – Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung im Bildungsbereich

Als erstes möchte ich hier auf den MOOC Lernen 4.0 – Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung im Bildungsbereich eingehen. Er wird auf der Plattform MOOC.HOUSE angebeboten und hat am 15. Januar begonnen und geht noch bis Ende April. Ein Einsteigen ist als noch möglich. Ein Teil des Kurses beschäftigt sich mit der Einführung der Schul-Cloud Lösung vom Hasso-Plattner-Institut. Zielgruppe sind daher vorwiegend Lehrer.

Ich habe mich aus Neugierde angemeldet und habe mir die Inhalte etwas angeschaut soweit sie schon verfügbar waren und ich Zeit hatte. Es gibt zwar ein paar Punkte mit denen ich nicht ganz der gleichen fachlichen Meinung bin aber das ist ja auch normal bei Themen, die die Bildung betreffen. Ich denke für Lehrer/innen ist da auf jeden Fall sehr viel was dieser Personenkreis mitnehmen kann. Aber auch Erwachsenenbildner/innen können hier das ein oder andere nützliche finden.

Fazit: Für Lehrer/innen, die wissen wollen, was Sie die nächsten Jahre erwartet, ist der MOOC ein Pflichtprogramm und für alle anderen die Zeit und Lust haben, sich anzuschauen wie Schule in Zukunft aussehen kann, eine Empfehlung.

#MeKoMOOC18: Medienkompetenz in der Lehre

Der nächste MOOC hat mich persönlich positiv überrascht. Er wird auf der Plattform iMooX angeboten. Es handelt sich um den #MeKoMOOC18: Medienkompetenz in der Lehre.  Ich dachte ich schaue da kurz mal rein wie beim Lernen 4.0 MOOC und nach einer Stunde merkte ich, dass das kurz schon lange vorbei ist. Es gibt viele Experten Interviews und Fachwissen. Das Niveau ist dadurch etwas höher aber auch das Learning Outcome würde ich hier als höher bewerten. Das sollte bei diesem Kurs auch sein, da er mit ECTS „belohnt“ werden kann, wenn man gleichzeitig eine Veranstaltung an einer der teilnehmenden Universitäten besucht. Der MOOC hat am 05.03.2018 gestartet und geht 6 Wochen. Es ist also noch Zeit einzusteigen und wenn man ein Zertifikat haben möchte, die ersten Wochen nachzuholen.

Man merkt, dass die Macher dieses MOOCs Erfahrung haben beim Online Lernen und wenn man dann den Namen Martin Ebner ist der Liste entdeckt, den der Eine oder der Andere vom L3T kennt wundert es einen auch nicht.

So nun zum Inhalt, der MOOC beschäftigt sich auch mit Neuen Medien im Unterricht aber anders als der Lernen 4.0 MOOC. Hier wird das Augenmerk mehr auf die medienpädagogische Seite gelegt und mehr auf den praktischen Einsatz im Unterricht. Dabei werden aber auch Themen wie Urheberrecht und OER (Open Educational Ressources) aber auch Sicherheit angesprochen, die ich beim anderen MOOC nicht entdeckte. Diese Themen sehe ich aber als einen sehr wichtigen Punkt an, wenn man von Digitalisierung spricht.

Fazit: Auch wenn der Kurs für Lehrer/innen gedacht ist, ist er in meinen Augen so gestaltet, das er für alle im Bildungsbereich Tätigen eine Bereicherung ist, in meinen Augen sogar als Pflichtprogramm betrachtet werden sollte.

EBmooc 2018 Offener Onlinekurs zu digitalen Werkzeugen für Erwachsenenbildner/innen

So als letztes noch der EBmooc 2018. Das ist eine Neuauflage des Erwachsenenbildungs MOOC aus dem letzten Jahr. Da ich in München über die Katholische Erwachsenenbildung eine Begleitgruppe anbieten werde, habe ich schon vorab in den MOOC reinschauen können. Ich kenne ihn auch schon vom letzten Jahr, wo ich als Teilnehmer mit dabei war. Die Inhalte wurden aktualisiert aber blieben „bodenständig“, Augenmerk wurde bei den Tools auf bewährtes gelegt nicht auf das Neueste vom Neusten. Ich würde den MOOC als gute Chance ansehen in das Thema reinzuschnuppern, erste Hürden abzubauen und neue Ideen zu gewinnen. Der MOOC bietet die Möglichkeit bestehende reine Präsenzveranstaltungen nochmal zu überdenken und mit einer Dosis „Digital“ aufzupeppen.

Starten wird der MOOC am 04.04.2018 und geht bis 16.05.2018. Es werden Grundlagen zu allen wichtigen Themen vermittelt in der Lehre mit digitalen Medien, sprich Einsatz von Social Media, blended und e-learning Formate, OER, Webinare aber auch Tools, die man bei Präsenzveranstaltungen einsetzen kann. Das Niveau mag zwar niedriger sein als beim MeKoMOOC aber dafür praxisorientierter.

Meine Begleitgruppe in München startet am 10.04.2018 im Ordinariat in München (gleich beim Stachus). Näheres kann dem Flyer entnommen werden. Ich würde mich freuen, den ein oder anderen in Person kennenzulernen.

Fazit: Der Kurs ist eine perfekter Einstieg in das Thema Lernen mit Neuen Medien. Er bietet Anregungen für Personen die in der Erwachsenenbildung schon tätig sind aber noch kaum Schnittpunkte zum Digitalen hatten aber auch Tipps und Vertiefung die schon Kenntnisse haben. Auch Lehrer/innen können hier einiges mitnehmen, viele Themen sind auch im Schulkontext wichtiges Handwerkszeugs.

Zusammenfassung

Die drei hier vorgestellten MOOCs haben alle einen anderen Schwerpunkt und sogar etwas andere Ansätze. Der EBmooc z.B. greift durch seine Begleitgruppen das Prinzip des Blended Learnings auf. Ich finde dies einen sehr guten Ansatz, da MOOCs häufig eine große Drop Out Rate haben und hiermit diese reduziert werden kann. Es geht mir auch meist so, dass ich am Anfang sehr motiviert bin und mich je länger der MOOC dauert fast schon zwingen muss, auch wenn das Thema spannend ist. Die Begleitgruppen können hier helfen die Motivation aufrecht zu erhalten.

Die MOOCs unterscheiden sich aber auch noch betreffend der Zielgruppen und dem Niveau. Der EBmooc ist mehr für „Neulinge“ im Thema gedacht, die mehr die Praxis im Blick haben. Der Lernen 4.0 MOOC versucht in meinen Augen ein Spagat zwischen Forschung und Praxis zu machen, ich tat mir aber persönlich etwas schwer damit. Der MeKo Mooc schafft in meinen Augen diesen Spagat besser. Sowohl als Einsteiger sind die Inhalte verständlich und es gibt gute Ressourcen, um sich weiter in das Thema einzuarbeiten, aber gleichzeitig bietet er eine solche fachliche Tiefe, dass sich Teilnehmer mit Vorwissen nicht langweilen.

Subjektiv hab ich aber den Eindruck, dass die Bildungsszene im Bereich Lernen mit Neuen Medien etablierter ist in Österreich als in Deutschland, zumindest im Schulkontext. Jedoch beim betrieblichen Lernen ist zumindest in Deutschland mit dem Corporate Learning Camp und der Community ein starker Treiber vertreten. Aber ich habe das Gefühl, dass bis auf ein paar Leuchtturm Firmen viele Firmen und KMUs beim Lernen mit neuen Medien noch einen großen Aufholbedarf haben. Im Schulsektor ist der Bereich gefühlt sogar noch schlechter aufgestellt. Das liegt nicht nur an der oft nicht zeitgemäßen Ausstattung in den Schulen oder den fehlenden Kompetenzen des Lehrpersonals sondern eher an dem was erlaubt oder schulpolitisch gewollt ist. Gegen die fehlenden oder sagen wir besser noch nicht ausgebauten Kompetenzen des Lehrpersonals helfen solche MOOCs aber auf jeden Fall und je mehr Wissen und Kenntnisse bei den LehrerInnen vorhanden ist, um so wahrscheinlicher ist auch ein schulpolitisches Umdenken.

Ich freu mich auf Eure Kommentar und Meinungen, besonders wenn jemand anderes einen der MOOCs auch mitbestreitet. Wie findet Ihr diesen?

 

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